Volltilgerdarlehen
Ein Darlehen, das am Ende der Zinsbindung vollständig zurückgezahlt ist.
Beim üblichen Immobilienkredit endet die Zinsbindung nach 10 oder 15 Jahren, und es bleibt eine Restschuld übrig, die neu finanziert werden muss — zu Zinsen, die heute niemand kennt. Ein Volltilgerdarlehen schließt diese Lücke: Laufzeit und Zinsbindung sind identisch, die Rate ist so berechnet, dass die Schuld am Ende exakt bei null steht.
Der Preis dafür ist Flexibilität. Die Rate ist deutlich höher, und weil die Bank für die gesamte Laufzeit kalkuliert, sind Sondertilgungen oder Ratenanpassungen oft eingeschränkt oder ausgeschlossen. Wer in 15 Jahren mit Elternzeit, Selbstständigkeit oder einem Jobwechsel rechnet, bindet sich hier fester, als es aussieht. Viele Banken geben im Gegenzug einen leichten Zinsabschlag, weil sie kein Anschlussrisiko tragen.
Für die Kaufentscheidung heißt das: Ein Volltilger macht die Gesamtkosten der Finanzierung ab dem ersten Tag berechenbar — bei einer Standardfinanzierung sind die Kosten nach der Zinsbindung schlicht unbekannt. Wer beide Varianten vergleicht, sollte nicht die Monatsrate gegenüberstellen, sondern die Summe aller Zahlungen über die volle Laufzeit inklusive einer angenommenen Anschlussfinanzierung.
Ein Volltilgerdarlehen steht am Ende der Laufzeit exakt bei null — dafür liegt die Rate spürbar höher als bei einem Vergleichsdarlehen mit fester Anfangstilgung, das eine Restschuld übrig lässt.
Bei dieser Anfangstilgung liegt die Rate des Volltilgers noch über der des Vergleichsdarlehens.
Am Ende der Laufzeit bleibt beim Vergleichsdarlehen eine Restschuld von 130.322 € übrig, die neu finanziert werden muss — beim Volltilger ist die Schuld dann bei null.
Beispielwerte zur Veranschaulichung — keine Finanz-, Rechts- oder Steuerberatung.