Annuitätendarlehen
Darlehen mit gleichbleibender Monatsrate aus Zins und Tilgung.
Ein Annuitätendarlehen zahlt sich in gleichbleibenden Raten zurück, solange die Sollzinsbindung läuft. Was sich innerhalb dieser Rate verändert, ist die Aufteilung: Am Anfang besteht sie fast nur aus Zinsen, weil die Restschuld noch hoch ist. Mit jeder Rate sinkt die Restschuld ein wenig, also sinkt auch der Zinsanteil — und der Tilgungsanteil wächst, obwohl die Gesamtrate gleich bleibt.
Dieser Effekt heißt Tilgungsstreckung und ist der Grund, warum die ersten Jahre eines Kredits gefühlt wenig bewirken: Bei einem Prozent anfänglicher Tilgung ist nach zehn Jahren oft erst ein Zehntel der Schuld weg, der Rest ist Zins. Wer die Laufzeit realistisch einschätzen will, braucht deshalb nicht die Monatsrate, sondern einen Tilgungsplan, der zeigt, wie die Restschuld über die Jahre wirklich abnimmt.
Die Alternative wäre ein Darlehen mit fallender Rate (Tilgungsdarlehen), bei dem die Tilgung konstant bleibt und die Rate mit sinkender Zinslast Jahr für Jahr kleiner wird. Für Privatkäufer spielt das in Deutschland praktisch keine Rolle mehr — Banken bieten fast ausschließlich Annuitätendarlehen an, weil die gleichbleibende Rate für beide Seiten planbarer ist.