Variables Darlehen
Ein Darlehen ohne feste Zinsbindung — der Zinssatz wird in kurzen Abständen an einen Referenzzins angepasst, meist alle drei oder sechs Monate.
Der Zinssatz koppelt an einen Referenzzins, typischerweise den Euribor, zuzüglich eines festen Aufschlags der Bank. Steigt der Referenzzins, steigt die Rate zum nächsten Anpassungstermin — ohne Obergrenze, sofern kein Zinscap vereinbart wurde. Im Gegenzug ist das Darlehen mit dreimonatiger Frist kündbar, jederzeit und ohne Vorfälligkeitsentschädigung.
Genau diese Kündbarkeit ist der eigentliche Anwendungsfall: als Überbrückung bis zu einem absehbaren Geldeingang, für einen Teilbetrag, der bald abgelöst werden soll, oder wenn ein Verkauf ansteht. Als Hauptfinanzierung über 20 Jahre verwandelt ein variables Darlehen die planbarste Position im Haushalt in eine unbekannte Größe.
Wer variabel finanziert, sollte die Rate bei einem deutlich höheren Zinsniveau durchrechnen — nicht beim aktuellen. Die Frage ist nicht, was die Rate heute kostet, sondern ob sie auch dann noch tragbar wäre, wenn der Referenzzins um mehrere Prozentpunkte steigt.
Ein variables Darlehen hat keine Zinsobergrenze — jeder Anstieg des Referenzzinses erhöht die Rate zum nächsten Anpassungstermin, ohne dass sich das vorher planen lässt.
Bei einem Zinsanstieg um 2,00 Punkte steigt die Jahresrate von 13.750 € auf 18.750 €.
Beispielwerte zur Veranschaulichung — keine Finanz-, Rechts- oder Steuerberatung.