Wahl der Zinsbindung
Die Entscheidung, für wie viele Jahre der Zinssatz festgeschrieben wird.
Die verbreitete Frage „zehn oder fünfzehn Jahre" ist im Kern keine Zinsprognose, sondern eine Risikoentscheidung. Wer eine längere Bindung wählt, kauft Sicherheit gegen einen Aufschlag — und behält wegen des gesetzlichen Kündigungsrechts nach zehn Jahren dennoch die Möglichkeit auszusteigen, falls die Zinsen dann niedriger stehen. Diese Asymmetrie wird in Beratungsgesprächen häufig nicht erwähnt.
Gegen sehr lange Bindungen spricht der Aufschlag, wenn die Restschuld ohnehin gering sein wird — dann sichert man wenig zu vergleichsweise hohen Kosten ab. Sinnvoll ist die Entscheidung gemeinsam mit dem Tilgungssatz zu treffen: Eine hohe Tilgung verkürzt das Restrisiko und macht eine kürzere Bindung vertretbar, eine niedrige Tilgung erhöht das Anschlussrisiko und spricht für eine längere.
Eine längere Zinsbindung kostet meist einen Zinsaufschlag, gibt dafür aber Planungssicherheit und eine niedrigere Restschuld am Ende der Bindung — mit „Merken” lassen sich mehrere Bindungsfristen direkt vergleichen.
Bei 3,50 % Sollzins zahlst du über die Bindungsfrist insgesamt 94.612 € Zinsen.
Beispielwerte zur Veranschaulichung — keine Finanz-, Rechts- oder Steuerberatung.