Baualtersklasse
Das Baujahr sagt viel darüber, welche Bauweisen, Materialien und Schwachstellen zu erwarten sind.
Grob lassen sich Bauperioden unterscheiden: Vorkriegsbauten mit massiven Wänden und oft ohne Horizontalsperre, Wiederaufbaujahre mit sparsamer Materialqualität, die 1960er und 70er mit dem Beginn großflächiger Kunststoff- und Asbestanwendungen, die Zeit nach den Wärmeschutzverordnungen ab Mitte der 1970er mit zunehmender Dämmung, und Bauten nach den Energieeinsparverordnungen mit deutlich anderem Standard.
Für die Besichtigung ist das ein Suchraster: Bei einem Haus von 1930 ist die Frage nach der Kellerabdichtung und der Elektroinstallation dringlicher als die nach der Dämmstärke; bei einem Haus von 1975 ist es umgekehrt. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Baujahr und Sanierungsstand — ein 1960er-Bau mit erneuerter Haustechnik ist ein anderes Objekt als ein unsanierter, auch wenn beide dasselbe Baujahr tragen.
Das Baujahr ist ein Suchraster, kein Urteil — welche Bauteile in einem Gebäude altersbedingt bald anstehen, hängt vom Baujahr ab, nicht vom Sanierungsstand der sichtbaren Oberflächen.
Beispielwerte zur Veranschaulichung — keine Finanz-, Rechts- oder Steuerberatung.