Asbest
Ein Baustoff, der in Deutschland seit Anfang der 1990er Jahre verboten ist, in älteren Gebäuden aber weiterhin verbaut sein kann.
Solange asbesthaltige Materialien fest gebunden und unbeschädigt sind, gelten sie in der Regel als nicht akut kritisch; problematisch wird es beim Bearbeiten, Bohren, Brechen oder Verwittern, weil dann Fasern freigesetzt werden. Genau deshalb ist Asbest weniger ein Bestandsproblem als ein Sanierungsproblem: Wer eine Fassade dämmen, ein Dach erneuern oder einen Boden herausreißen will, muss vorher wissen, was verbaut ist.
Für die Kaufentscheidung ergeben sich zwei konkrete Punkte. Erstens: Bei Gebäuden aus der Zeit vor dem Verbot gehört die Frage nach Baustoffen und vorhandenen Untersuchungen in die Unterlagenanfrage. Zweitens: Geplante Modernisierungen werden erheblich teurer, wenn Rückbau und Entsorgung durch Fachbetriebe nach den geltenden Vorschriften erfolgen müssen — dieser Aufschlag gehört in die Kalkulation, bevor der Kaufpreis verhandelt wird.